Unsere Jahresaktionen
Jahresaktionen machen Einsatz der DPSG deutlich

Die Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfinder aus Betzdorf staunten nicht schlecht. Verbissen lächelnd arbeitete sich ihre Freundin Nicole durch den Rollstuhl-Parcours im Bundeszentrum der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) in Westernohe. Der rutschige Grasboden machte der Zwölfjährigen, die zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Rollstuhl saß, arg zu schaffen. »Und, wie isses?«, fragten die neugierigen Mädchen und Jungen, als Nicole die letzte Steigung gerade bewältigte. »Spaß macht's, aber immer da drin sitzen will ich trotzdem nicht«, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen, während der Rest der Gruppe dem ersten aufregenden Rolli-Erlebnis entgegenfieberte.

Die Szene, beobachtet während der Auftaktveranstaltung einer »Jahresaktion«, macht es deutlich: Mit den in jedem Jahr organisierten Aktionen verbindet die DPSG nicht nur den Wunsch, Projektpartner im ln- und Ausland finanziell zu unterstützen - auch die Bewußtseinsbildung im Rahmen der unterschiedlichen Problembereiche spielt für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder eine große Rolle. Seit 1961 ruft der mit über 100.000 Mitgliedern größte katholische Kinder- und Jugendverband der Bundesrepublik zu den Jahresaktionen auf, an denen sich DPSG-Gruppen überall in Deutschland beteiligen. Die wechselnde Schwerpunktsetzung spiegelt dabei die Haupifhemen der inhaltlichen Arbeit des Verbandes wider - Entwicklungsfragen, Behindertenarbeit und Interkulturelles Lernen.

 

 
 

Vorbereitet und durchgeführt wird die Jahresaktion regelmäßig mit pfadfinderischen Partnerverbänden aus dem Ausland, was den Anspruch der internationalen Ausrichtung der Pfadfinderbewegung unterstreicht. Gerade Verbände aus Entwicklungs- und Krisenländern - Rwanda, Togo, Benin, Bolivien und dem Libanon - und ihre Projekte werden von der DPSG unterstützt. Doch nicht nur sie profitieren von der Zusammenarbeit. Von den Erfahrungen der Pfadfinderinnen und Pfadfinder dort können auch die Mitglieder der DPSG eine Menge lernen.

Neben der internationalen Arbeit werden jedoch auch in Deutschland, gerade im Themenkomplex »Junge Ausländer« oder »Pfadfinder gegen Fremdenfeindlichkeit« immer wieder Projekte unterstützt. Bislang nutzte der Verband die Aktionen nur in einigen Jahren für die eigene Arbeit, um unterschiedliche Projekte innerhalb der DPSG zu finanzieren.


 
Egal ob »Begegnung mit Behinderten« (1975/76), »Saatgut für Bolivien« (1984) oder »Wir haben Platz im Boot - gegen Fremdfeindlichkeit« (1990) - unter dem Motto »Flinke Hände, flinke Füße« engagiert sich jedes Jahr eine große Anzahl der DPSG-Gruppen vor Ort. Leiterinnen und Leiter entdecken dabei immer wieder Themen, die sie gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Formen und altersgerecht in den Gruppen umsetzen können. Zahlreiche Anleitungen für die konkrete Arbeit werden neben der jeweiligen Projektbeschreibung in speziellen Aktionsheften vorgestellt. Die Aktionsformen, mit denen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Geld für die Projekte sammeln, sind dabei von einer großen Vielfalt geprägt. Seit 1961 erbrachte das Engagement eine Gesamtsumme von über achteinhalb Millionen Mark.  
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