Roverstufe


Unterwegs
Nehmen wir unser Leben in die Hand und bestimmen seine Richtung, erlauben wir uns zu denken, daß alles denkbar ist, so lautet die Anforderung an die Sechzehn- bis Zwanzigjährigen, die Altersgruppe der Rover in der DPSG. Für sie gewinnt die Welt der Erwachsenen zunehmend an Bedeutung. Liebe und Partnerschaft, Suche nach Identität als Frau oder Mann, Berufseinstieg oder Abitur und Studium sind die zentralen Themen der jungen Leute.

Rover bei einer Hölenbesichtigung

Als es mit meiner Freundin aus war und das Abi in weite Ferne rückte, habe ich zum ersten Mal erlebt, was Rückhalt in der Gruppe bedeutet, sagt der 17jährige Klaus. Die 18jährige Simone hat nach drei Monaten ihre Banklehre geschmissen und sich anschließend unheimlich elend gefühlt. Ohne den eingeschworenen Haufen in der Roverrunde hätte ich das nicht überlebt. So wie die beiden suchen viele Roverinnen und Rover Antwort auf die Fragen: Wer bin ich? Was soll ich tun? Wie geht es weiter?

Das Zusammenleben von Frauen und Männern in der Gruppe bietet dem einzelnen Rückhalt und die Chance, in der Auseinandersetzung mit anderen selbständig Antworten zu finden. Erwachsene begleiten die jungen Leute mit Rat und Tat. Sie sehen ihre Aufgabe vor allem darin, die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen zu fördern und ihre Entscheidungsfreude zu stärken. Denn Roversein heißt mehr als nur die eigenen Probleme zu diskutieren. Rover sind »unterwegs«. Unterwegs sein aber bedeutet: Raus aus den Gruppenräumen, ab auf die Straße und hin, wo immer es etwas zu sehen - hören - erleben gibt. Beim gemeinsam »auf Tour gehen«, wenn die Jugendlichen Natur-pur bei Tag und Nacht erleben, mit interessanten Gesprächspartnern zusammentreffen, ist Raum für Spaß miteinander, Zeit zum Ideen- und Träumespinnen. So kann es den Roverinnen und Rovern gelingen, sich über ihre eigenen Vorstellungen von Gesellschaft und Leben klar zu werden und etwas daraus zu machen. Roverinnen und Rover lernen sich und Menschen aus anderen Kulturen kennen und organisieren ihre Abenteuer selbst.


Rover bleiben wach für eine tiefste Sehnsucht in ihrer Seele. So stellen Rover ihre Devise: »Alles ist denkbar und machbar« nicht nur bei Abenteuer -Reisen unter Beweis. Sie sind immer auch unterwegs, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen. Ob es um die Umwelt geht oder die Integration von Behinderten in den Alltag, ein besseres Zusammenleben von Deutschen und Ausländern oder um mehr Gerechtigkeit zwischen den armen und reichen Ländern dieser Erde - Rover sehen sich immer in der Verantwortung, für ein menschenwürdiges Leben aller einzutreten.

Ihr solltet euch immer auf euch selbst und nicht darauf verlassen, was andere für euch tun können. Paddle dein Kanu selbst.
Lord Robert Baden-Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung

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