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JungpfadfinderstufeAusprobieren Eltern und Lehrer sind »out«, die »Clique« und der »gute« Freund sind »in« - Mädchen und Jungen im Alter zwischen elf und vierzehn Jahren entdecken ihre eigene Lebenswelt. Die erste Liebe erleben, in die Stadt gehen, sich die irrsten Klamotten kaufen und die Eltern immer wieder in Erstaunen versetzen, das ist es, was den 12jährigen Klaus am meisten bewegt. Die 14jährige Alexandra sorgt sich vor allem um den Zustand unserer Welt: Wie konnte es soweit kommen mit der Umweltzerstörung? ![]() Im Spannungsfeld zwischen der Abhängigkeit vom Elternhaus und dem Wunsch, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, versuchen die jungen Leute, ihren Spielraum für Selbstbestimmung zu erweitern und neue Erfahrungen zu sammeln. Unter dem Motto »Pfeif auf die Regeln! Probiere es aus!« unterstützt der Jungpfadfindertrupp der DPSG die Suche der Mädchen und Jungen nach einem eigenen Lebensstil und stärkt ihren Mut zur Eigeninitiative. Warum nicht beispielsweise eine einwöchige Reise nach London unternehmen, mit den Freunden aus der Gruppe alles in eigener Regie organisieren und endlich mal ohne die Eltern reisen. Die Jungpfadfinder vom Stamm Montabaur haben gezeigt, wie das geht. Sie haben London durchstreift, den Picadilly Circus und Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett besucht und im Hyde Park mit einer französischen Pfadfindergruppe Football gespielt. Ein tolles Erlebnis für uns alle, schwärmt die 13jährige Martina, ich würde das sofort wieder machen. ![]() Doch Jungpfadfinder reisen nicht nur durch die Welt und lernen dabei sich selbst und andere Menschen besser kennen. Im Zusammenleben der Gruppe erfahren sie auch, was es heißt, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Engagierte Leiterinnen und Leiter helfen ihnen dabei, den Blick für Zusammenhänge und Probleme in unserer Gesellschaft zu schärfen. Als die Berichterstattung über Fremdenfeindlichkeit in unserem Land immer mehr zunahm, organisiert eine Jungpfadfindergruppe im bayerischen Ingolstadt kurzerhand eine »Kinderversammlung«. Unter dem Motto »Einspruch, Herr Oberbürgermeister« machten die jungen Leute deutlich, daß auch in ihrer Stadt Haß und Angst herrschen. Am Beispiel von selbstproduzierten Videofilmen führten sie Vertretern der Stadt und Journalisten vor Augen, daß gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen deutschen und ausländischen Schülern zum Alltag gehören. Der Oberbürgermeister und die Stadtverordneten reagierten mit betretenem Schweigen. Wir müssen aber das Schweigen brechen, sagt die 13jährige Claudia, die einzige Möglichkeit, Mauern einzureißen und Verständigung zu finden. Pfeif auf die Regeln! Probiere es aus! Lord Robert Baden-Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung Zurück |